So, nachdem ich selbst bei dem Thema nicht so ganz durchgestiegen bin und mich erst informieren musste, will ich hier mal kurz die wichtigsten Informationen zusammenfassen.
Die CPUs lassen sich, da der Multiplikator fest ist (abgesehen von den FX-Versionen, bei denen der Multi ja frei wählbar ist), nur über den Chiptakt (derzeit Standard 200MHz) übertakten. Verrechnet mit dem Multi ergibt sich daraus die Geschwindigkeit der CPU.
Als Beispiel soll hier ein Athlon 64 X2 5000+ EE dienen, der standardmäßig mit 2600MHz (13 x 200MHz) läuft.
Mit einem Chiptakt von beispielsweise 250MHz ergibt sich somit ein CPU-Takt von 3250MHz.
Dabei gilt es allerdings einiges zu beachten:
Zuerst einmal zum HT. Dieser sollte 1000MHz (Standard 5 x Chip-Takt [200MHz]) nicht überschreiten, da dies zu Instabilitäten führt. Er lässt sich im BIOS meist auf die Werte 5x, 4x, 3x, 2x und 1x einstellen. In meinem Beispiel stellen wir ihn einfach auf 4x ein und erhalten so wieder unseren idealen HT von 1000MHz (4 x 250MHz).
Unser nächstes Augenmerk gilt dem Speicher. Hier wird es ein wenig komplizierter, aber ist mit der richtigen Erklärung im Prinzip doch recht einfach zu verstehen.
Seine Geschwindigkeit ist von folgenden Faktoren abhängig (unabhängig vom HT):
- dem Chiptakt und dem Multi, also dem tatsächlichen CPU-Takt
- dem eingestellten Teiler
Nun gibt es im BIOS der Motherboards keine expliziten Teiler einzustellen, sondern das geschieht über die "memory clock frequency" (oder ähnlich bezeichnet):
- die Einstellung DDR2-400 entspricht dabei einem Teiler in Höhe des Multiplikators
- die Einstellung DDR2-533 entspricht dabei einem Teiler in Höhe von (8/10) x Multi
- die Einstellung DDR2-667 entspricht dabei einem Teiler in Höhe von (6/10) x Multi
- die Einstellung DDR2-800 entspricht dabei einem Teiler in Höhe der Hälfte des Multiplikators
Zwei Beispiele sollen das noch einmal verdeutlichen:
Einfach ist dies bei einem Athlon 64 X2 3800+ (10x200MHz). Bei ihm ergeben sich so folgende Teiler: 10, 8, 6 und 5
Und bei folgenden Einstellungen im BIOS diese Werte für den Speicher:
DDR2-800 = 2000MHz / 5 = 400MHz Speicher-Takt
DDR2-667 = 2000MHz / 6 = 333MHz Speicher-Takt
DDR2-533 = 2000MHz / 8 = 250MHz Speicher-Takt
DDR2-400 = 2000MHz / 10 = 200MHz Speicher-Takt
Nun will ich mein Beispiel von oben, den X2 5000+ wieder aufgreifen. An ihm will ich verdeutlichen, dass sich die Teiler je nach CPU unterscheiden, da sie - wie gesagt - vom Multi abhängen.
Es ergeben sich somit für den X2 5000+ folgende Teiler: 13, 10 ( errechnet 10,4 ), 8 ( errechnet 7,8 ) und 7 ( errechnet 6,5 ).
Hier wird auch ersichtlich, dass bei vielen CPUs, der Teiler auf eine ganze Zahl gerundet werden muss.
Die Werte für den Ram/Speicher sehen dann folgendermaßen aus:
DDR2-800 = 2600MHz / 7 = 371MHz Speicher-Takt
DDR2-667 = 2600MHz / 8 = 325MHz Speicher-Takt
DDR2-533 = 2600MHz / 10 = 260MHz Speicher-Takt
DDR2-400 = 2600MHz / 13 = 200MHz Speicher-Takt
Dieser ganze Umstand hängt damit zusammen, dass der Athlon den Speicher-Controller "on-die" hat. Das BIOS ermittelt daher die Geschwindigkeit des Rams aus der CPU-Geschwindigkeit und den Teilern (welche ja wiederum vom festen Multi abhängen).
Hat man nun den Chip-Takt, wie in meinem oberen Beispiel, auf 250MHz erhöht und stellt den Ram im BIOS auf DDR2-667, so wird er mit 406MHz (3250 / 8 ) betrieben, was für die meisten DDR2-800er Speicher-Riegel kein Problem darstellen sollte. Dieses Beispiel ist natürlich ein reines Rechenexempel, mit dem man für Speicher und HT relativ ideale Werte erreicht. Ob diese wirklich zu erreichen sind, hängt - wie immer beim ocen - von vielen Faktoren und nicht zuletzt einer Portion Glück ab.